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So, Deutschland hat einen mehr. Einen Arbeitslosen. Mich.
Seit gestern hat es mich auch erwischt.
Ich h?tte das nie gedacht. Nie.

An sich ist es ja auch gar nichts Besonderes in der heutigen Zeit. Es gibt schlie?lich 4 Millionen davon.
Aber es betrifft mich jetzt nun mal ganz pers?nlich und ich m?chte dar?ber erz?hlen. Erz?hlen, wie es mir dabei geht, was ich erlebe, was ich dabei lerne - ja man lernt auch ne Menge dazu - mich eventuell mit anderen Betroffenen austauschen und vor allem befreien, denn es ist f?r mich nicht leicht, mit der Situation umzugehen.

20 Jahre habe ich arbeitstechnisch jetzt auf dem Buckel. Arbeitslos? Ich? Noch nie gewesen.
In diesem Jahr hat es mich bereits zum zweiten Mal getroffen.
Zuerst Anfang des Jahres nach 14 Jahren in der Branche und nach 10 Jahren in einer Firma. Einsparungsgr?nde - was auch sonst.
Ich war froh, dann im direkten ?bergang eine neue Stelle gefunden zu haben. Sogar hier in meinem Ort. Mensch, war ich gl?cklich. Im April habe ich dann angefangen. Es lief gut. Kreative T?tigkeit, nette Kollegen, gutes Arbeitsklima, ja, bis am 15. Juni die Gesch?ftsleitung mitteilte, dass unsere Abteilung aufgel?st wird. Einsparungsgr?nde - was auch sonst.

Das war ein Riesenschock. Angst. Angst um die Existenz, Angst es finanziell nicht zu schaffen. Angst vor den Anderen und was jetzt ?ber einen denken und Angst, mit der vielen Zeit die man jetzt hat, nichts anfangen zu k?nnen.

"Besinn dich auf das was dir Freude macht", sagte ich zu mir. Und es war das Schreiben. Ich schreibe sehr gerne. Und ich schreibe jetzt hier auf, wie ich mit der Arbeitslosigkeit umgehe, weil ich sonst ganz kirre werde im Kopf - von der vielen Zeit mit mir selbst.

Die ersten Tage habe ich gelesen und in der Sonne gesessen - es ist ja Sommer. Ich habe mir eingeredet, ich h?tte Urlaub. Nur die Urlaubsstimmung wollte sich einfach nicht einstellen. Diese ewige Unruhe in meinem Kopf und in meinem Bauch. "Wie soll es jetzt nur weitergehen?", "Ich muss aus meiner Stadt ziehen, weil ich hier keine Arbeit finden werde". Das alles ging mir durch den Kopf. Dann folgte blinder Aktionismus und ich habe Bewerbungen geschrieben wie verr?ckt. Das habe ich seit fast 10 Jahren nicht mehr gemacht. Aber ich werde immer besser.
Bislang noch keine Reaktionen, aber ich werde auch Geduld haben m?ssen.
So, f?r jetzt sei genug geschrieben.
Es folgen noch sicher eine Menge Eintr?ge.
2.7.04 09:20


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Und wieder ein Tag vorbei.
Heute war ich das zweite Mal auf dem Arbeitsamt. Das erste Mal war ich vor ein paar Wochen, denn man muss sich ja sofort melden, wenn man die K?ndigung in der Hand h?lt.
Sch?n war das nicht.
An der Info wurde ich recht unfreundlich behandelt, dann ewiges Warten - okay, ich wusste, dass das so werden w?rde - und dann kam ich zu meiner Arbeitsvermittlerin.
Nun ja, die Bezeichnung passt nicht wirklich. Ich bekam ein Formular in die Hand gedr?ckt, auf dem Infos ?ber die Berwerbungskosten-R?ckerstattung standen, dann sagte sie : "wir sehen uns im September wieder, ich kann nichts f?r Sie tun". Ja und dann bin ich wieder nach Hause gegangen.
Toll, ich erwarte ja nicht, dass diese Institution mir einen Job verschafft, aber das war schon ein bisschen heftig, wo ich do so viele Fragen hatte.
Heute hab ich nur meine Papiere abgegeben. Also Lohnsteuerkarte, Arbeitsbescheinigung und das ganze Zeug.
Gewartet hab ich eine Stunde, abgefertigt wurde ich in 3 Minuten.
Ich bekomme jetzt die n?chsten Wochen schriftlich, wieviel Geld ich erhalte und muss mich nur melden, wenn ich nebenbei jobben m?chte oder R?ckerstattungen f?r Bewerbungen oder Reisekosten beantrage.
Ansonsten werde ich wohl nichts mehr vom Amt h?ren, da man f?r mich ja eh nichts tun kann.
Als ich da heute raus bin hab ich mir geschworen, dass ich September nicht mehr da hin gehen muss, weil ich bis dahin einen Job gefunden haben werde, jawoll :-)
5.7.04 19:21


Network-Marketing nervt nur noch...


Es gibt nicht viel Neues. Bewerbungen laufen, aber noch keine Reaktionen. Jetzt sollte ich mir noch einen Nebenjob suchen, sonst wird es knapp mit der Miete. Ist aber gar nicht so einfach, da was zu finden. Mal sehen, was am Wochenende so in der Zeitung steht. Putzen w?re nicht schlecht. Ich darf halt auch nur eine gewisse Stundenanzahl jobben. Max. 15 Stunden in der Woche und max. 20% des Arbeitslosengeldes dazu verdienen. Ich wei? aber immer noch nicht, wieviel Geld ich bekomme. Seufz.

Ach apropos Nebenjobs. Da rege ich mich tierisch ?ber was auf. Wenn ich nur den Begriff Network-Marketing h?re, da rollen sich mir die Fu?n?gel hoch.
Um alle M?glichkeiten der Jobsuche zu nutzen, habe ich auch in diversen Stellenb?rsen mein Profil reingesetzt.
Jetzt bekomme ich eine Mail nach der anderen von diesen verdammt nervigen Networkern. "500.000 Trillionen -Euro von zu Hause", "Super-Erfolgsgarantie", bla bla bla. Und in keiner Mail steht eigentlich drin, was man machen soll. Man soll sie erst mal kontaktieren, damit man sich die ganze "Das-ist-ne-ganze-tolle-Art-viel-Knete-zu-machen-Gehirnw?sche" ?ber sich ergehen lassen muss.
Mich wundert es wirklich, dass wir soooo viele Arbeitslose in unseren Deutschen Landen haben, wo man doch 100%ig garantiert viel Kohle mit dem Network-Zeugs machen kann. Wieso machen es denn dann nicht alle? Ach so ja, ich verga?. Man muss ja neue Kunden werben - zu Hauf findet man die Anzeigen in den Tageszeitungen, "normale" Nebenjobs stehen da ja schon gar nicht mehr drin - und wenn es alle machen w?rden, w?rde das ganze System zusammenbrechen, weil keine potientiellen "Mitmacher" bzw. Kunden mehr da sind.

Dieser ganze Mist sollte verboten werden. Da werden Arbeitssuchende mit leeren Versprechungen gelockt und verdienen tun ganz andere, aber nicht diejenigen die bem?ht um neue Mitarbeiter werben bzw. irgendwelches Zeugs verkaufen sollen.

Wer sich mal genauer informieren m?chte, findet
hier eine interessante Seite zum Thema.
9.7.04 08:57


Tja, so ist das halt....


Also folgendes ist mir am letzten Freitag passiert. Ich m?chte mir ja gerne ein bisschen dazuverdienen und hab in der Zeitung gelesen, dass f?r eine Veranstaltung Service-Kr?fte gesucht werden. Also hab ich da angerufen.


Ich: Um was f?r eine T?tigkeit handelt es sich genau?

Frau: Getr?nke verkaufen an einem Stand.

Ich: Super, hab ich schon mal gemacht. Sind noch Stellen frei?

Frau: Klar, kein Problem. Sind Sie Studentin?

Ich: Nein, ich bin arbeitslos, w?rde mir aber gerne was dazuverdienen.

Frau: Och n?, da muss ich wegen einem Tag die Formulare f?r das Arbeitsamt ausf?llen. Da hab ich echt keinen Bock dazu.

Ich: Na ja, wenn Sie keinen Bock haben, dann halt nicht. Ich h?tte das Geld gebrauchen k?nnen.

Und dann hab ich aufgelegt.
Echt nicht zufassen.

Na ja, vielleicht klappt es heute mit einem anderen Nebenjob.
12.7.04 09:39


Ein kleiner Lichblick

Na, das ist doch schon mal was. Mit dem Nebenjob hat es geklappt. Ich r?ume jetzt Regale im Supermarkt ein. Kein Witz.
Ich finde es gar nicht so schlimm. 3 Stunden am Tag, die Bezahlung ist okay und ich hab ein bisschen was f?r meinen Lebensunterhalt.
Ich warte jetzt noch auf einen Anruf, damit ich genau wei?, WANN ich anfangen kann.
Lustig wird es bestimmt - da der Supermarkt gleich gegen?ber von meiner alten Arbeitsstelle ist - wenn mir ehemalige Kollegen ?ber den Weg laufen.
Aber da stehe ich dr?ber. Hier geht es um Geld und da ich nicht viel verdienen darf, ist der Job echt okay.
13.7.04 15:08


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